Die Solistin Sabine Ambos verrät, warum die Blockflöte in Schulen und Konzertsäle gehört.
Mit Sabine Ambos gibt am Samstag eine der führenden deutschen Blockflötistinnen ein Benefizkonzert in Aschaffenburg. Moni Münch hat mit der 31-Jährigen im Vorfeld über ihr Instrument und über ihre Musik gesprochen. Weiterlesen
Das Spielen auf dem Holzinstrument lernt man in jungen Jahren, ehe es dann an die richtigen Instrumente wie Geige oder Klavier geht – so zumindest das gängige Klischee.
Doch Sabine Ambos aus Frankfurt beweist, dass es sich dabei nur um ein Vorurteil handelt. Die 28-Jährige gehört zu den weltbesten und erfolgreichsten Blockflötistinnen überhaupt.
„Piemonte in Musica“
Dass man mit Blockflöten noch ganz andere Dinge machen kann als Kinderlieder tröten oder Vivaldi-Konzerte trällern, demonstrierte Sabine Ambos.
Dafür erwies sich Jürg Baurs Concerto da camera für Blockflöte und Orchester „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ als ideal. Vor gut dreißig Jahren in Essen komponiert, nutzt es fröhlich sämtliche Facetten von Wohlklang bis Geräusch.
Junge Elite brillierte
… eine völlig gelöste, spielerische Leichtigkeit im Dienste eines ganz aus dem Innern hervorströmenden Ausdrucks …
Auf ihrem ebenholzfarbenen Sopraninstrument legte sie mit feinem, bis in höchste Höhen rundem Ton in einer großen Kadenz des langsamen Satzes die kühnen harmonischen Intentionen Sammartinis frei …
Es ist eine schöne Hoffnung, diesen großartigen Solisten in anderen Konzertprogrammen wieder begegnen zu können, kann man sie doch getrost zu den Wunderkindern zählen, die in der heutigen Welt mit ihrem Informationsdickicht noch die Chance haben, sich durchzusetzen.
Phänomenales leistete die Blockflötistin Sabine Ambos, die bei den Holzbläsern den ersten Preis und zusätzlich den Sonderpreis für die qualifizierteste Interpretation eines Werkes des 20. Jahrhunderts erhielt.
Sie gewann ihrem Instrument einen unglaublichen Facettenreichtum ab: Hochvirtuos ihre Darbietung des grotesken Solo-Stücks „Gebräuchliches“ von Rolf Riehm, das durchsetzt ist mit Sprachfetzen, Zweistimmigkeit und vielen ungewöhnlichen Effekten – ein Kompendium moderner Spieltechniken, wie auch die Bagatelle Nr. 3 (Scherzando) für Flöte solo des 1968 geborenen Stefan Thomas. Dazwischen stellte die Flötistin zwei uralte und doch sehr modern klingende Werke: eine anonym überlieferte, laut Programmblatt aus dem 15. Jahrhundert stammende koreanische Melodie in traumwandlerischer und suggestiver Ausführung und eine rhythmisch überaus komplizierte „Lesson of Descant of 38 Proportions“ von Nathaniel Giles (1550-1633) über das hier vom Cello vorgegebene Bassmetrum.